22 | 05 | 2013
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Max-Perutz-Sonderpreis für FBA Chemie - Juni 2012

Fachbereichsarbeit aus Chemie vorgelegt bei Mag. Fridolin Stuhlpfarrer von Linda Waldherr, 8.a – Klasse

Wenn früher eine Lungenentzündung oder entzündete Wunden oft den Tod eines Patienten bedeutet haben,  sind wir oft erstaunt. Dass dies noch vor weniger als hundert Jahren jedoch noch der Fall gewesen ist,...

 

...ist uns häufig nicht bewusst. Der Grund, dass wir uns in Sicherheit fühlen, sind Antibiotika. Durch sie können wir in der Regel bakterielle Infektionen ohne bedrohliche Nebenwirkungen schnell und einfach therapieren und krankheitsverursachende Bakterien bekämpfen. Dieser Triumph hat jedoch nicht sehr lange angehalten, denn als Überlebenskünstler haben Bakterien es geschafft, Antibiotika außer Gefecht zu setzen. Nach weniger als achtzig Jahren wird die Waffe „Antibiotikum“ immer stumpfer. Der Grund sind antibiotikaresistente Keime. Die wichtigsten Gründe für ihre Vermehrung und Entstehung sind der unkontrollierte Einsatz der Medikamente, vor allem in der Tierzucht, und mangelnde Hygiene in Krankenhäusern.

Im theoretischen Teil der Arbeit, habe ich Antibiotika und Resistenz genau beschrieben, und Desinfektionsmittel beziehungsweise neue Wege, Bakterien zu bekämpfen, dargestellt. Dazu habe ich in einem sehr umfassenden praktischen Teil, das Vorkommen von resistenten Bakterien auf Hühnerfleisch untersucht. Zuerst habe ich ein Nährmedium für die Bakterien hergestellt, darauf Antibiotika plattiert und danach das Hühnerfleisch hinzugefügt. Nach zwei Tagen sind alle Proben von Bakterienkulturen besiedelt gewesen, was zeigt, dass auf dem Hühnerfleisch tatsächlich antibiotikaresistente Keime gelebt haben (siehe Bild). 

Sowohl meine Recherche, als auch mein eigenes Testergebnis haben mir sehr deutlich gemacht, dass antibiotikaresistente Krankheitserreger ein immer größer werdendes Problem sind, welches uns alle betrifft und gravierende Folgen haben wird.

Für meine Arbeit ist mir von der Gesellschaft Österreichischer Chemiker der Max-Perutz-Sonderpreis verliehen worden. Im Rahmen der Preisverleihung, die am 23. Mai 2012 im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur in Wien stattgefunden hat, sind aus 45 eingereichten chemischen Arbeiten aus ganz Österreich acht Arbeiten ausgezeichnet worden. Die Fachjury hat meine Arbeit vor allem für die Aktualität des Themas und den großen praktischen Teil gelobt, was mich sehr gefreut hat, da auch mir diese beiden Punkte sehr am Herzen liegen. Außerdem sind auch die Betreuer für ihren Einsatz und den zusätzlichen Aufwand geehrt worden. Ich freue mich wirklich sehr über diesen Preis und hoffe, dass auch in den nächsten Jahren Schüler sich dazu entschließen, eine Fachbereichsarbeit zu schreiben.

Linda Waldherr